Zuerst weitere Schreibzugriffe vermeiden
Nach einer versehentlichen Löschung kann die weitere Nutzung des betroffenen Laufwerks die Chancen auf Wiederherstellung verschlechtern. Downloads, Updates und neue Dateien überschreiben möglicherweise noch vorhandene Inhalte. Recuva sucht nach wiederherstellbaren Daten, kann jedoch nicht jede Löschung rückgängig machen. Prüfen Sie zunächst Papierkorb, vorhandene Sicherungen und gegebenenfalls den Versionsverlauf eines Cloud-Dienstes, in dem das Dokument gespeichert wurde.
Recuva wird von Piriform innerhalb der CCleaner-Produktfamilie entwickelt. Die Free-Ausgabe bietet Dateiwiederherstellung für den privaten Einsatz. Professional ergänzt unter anderem virtuelle Datenträger, automatische Updates und Premium-Support. Durch den Kauf werden bereits überschriebene Daten nicht erneut verfügbar. Entscheiden Sie anhand der benötigten Funktionen und nicht in der Erwartung, eine bezahlte Ausgabe garantiere die vollständige Rettung aller Dokumente.
Download und geeignete Installation
Die geprüfte Version lautet 1.55.133. Die offizielle Downloadseite nennt Windows XP, Vista, 7, 8.1 und 10 als 32- und 64-Bit-Systeme, ausgenommen RT-Tablets. Klären Sie die aktuelle Kompatibilität für Ihr konkretes Windows beim Herausgeber; diese Liste bestätigt nicht automatisch sämtliche neueren Systeme. Recuva ist ein Windows-Werkzeug und keine native Wiederherstellungsanwendung für macOS oder Linux.
Laden Sie den Installer über die offizielle Recuva-Seite. Bei einer betroffenen externen Festplatte gehören Download und Installation auf ein anderes gesundes Laufwerk. Liegen die gelöschten Dateien auf dem Windows-Systemlaufwerk, kann schon die Installation neuer Software relevante Bereiche überschreiben. Erwägen Sie deshalb, den Computer nicht weiter zu verwenden und die Rettung von einem anderen geeigneten System aus vorzubereiten. Unersetzliche Daten verdienen eine überlegte Vorgehensweise.
Suche eingrenzen und Treffer kontrollieren
Der Assistent fragt nach Dateityp und vermutetem Speicherort. Wählen Sie das betroffene Laufwerk oder Verzeichnis, statt ohne Anlass sämtliche angeschlossenen Geräte zu durchsuchen. Beginnen Sie mit der gewöhnlichen Suche. Eine Tiefensuche kann weitere Spuren untersuchen, wenn der erste Versuch nicht genügt. Sie benötigt allerdings mehr Zeit und kann technische Grenzen nicht einfach aufheben.
Betrachten Sie Namen, verfügbare Vorschauen und die angezeigte Einschätzung zum Zustand. Eine günstige Anzeige ist kein Nachweis, dass sich die wiederhergestellte Datei korrekt öffnen lässt. Wählen Sie zunächst eine kleine wichtige Gruppe aus und speichern Sie die Ergebnisse auf einem anderen physischen Datenträger. Eine andere Partition desselben Geräts ist weniger geeignet, weil weiterhin auf das betroffene Speichermedium geschrieben wird.
Grenzen der Wiederherstellung beachten
Überschriebene Inhalte können endgültig verloren sein. Bei SSDs können TRIM und interne Bereinigung gelöschte Daten auch nach kurzer Zeit unzugänglich machen. Verschlüsselung, Fragmentierung und beschädigte Dateistrukturen beeinflussen das Ergebnis ebenfalls. Eine längere Suche überwindet diese Grenzen nicht zwangsläufig. Öffnen Sie nach der Wiederherstellung Kopien und prüfen Sie ihren tatsächlichen Inhalt, bevor Sie die Rettung als erfolgreich betrachten.
Bei ungewöhnlichen Geräuschen, wiederholten Verbindungsabbrüchen oder erkennbaren Hardwarefehlern sollten gewöhnliche Rettungsversuche beendet werden. CrystalDiskInfo kann verfügbare Zustandsinformationen eines noch lesbaren Laufwerks zeigen, repariert aber keine physischen Schäden. Verzichten Sie während der Datensicherung auf Schreibtests mit CrystalDiskMark. Diese erzeugen zusätzliche Schreiblast genau dann, wenn weitere Veränderungen am betroffenen Medium vermieden werden sollen.
Recuva eignet sich als gezielter Versuch nach einer Löschung und ersetzt keine Sicherung. Bewahren Sie geprüfte Ergebnisse auf gesundem Speicher auf und erstellen Sie eine zusätzliche Kopie. So hängt die nächste versehentliche Löschung nicht allein davon ab, ob eine Suchroutine noch verwertbare Datenreste findet.