Erst ansehen, dann aufräumen
BleachBit richtet sich an Nutzer, die temporäre Dateien und ausgewählte Anwendungsspuren gezielt entfernen möchten. Entscheidend ist dabei die Vorschau: Sie zeigt, welche Dateien zu den angekreuzten Kategorien gehören. Beginnen Sie mit einem überschaubaren Vorhaben, etwa dem Cache eines bekannten Browsers. Wer zunächst nur eine Kategorie prüft, kann die Folgen wesentlich besser einordnen als nach einer umfangreichen Reinigung mit sämtlichen verfügbaren Optionen.
Die Kategorien sind nach Anwendungen und Systembereichen gegliedert. Ein angebotener Eintrag bedeutet jedoch nicht, dass diese Daten immer entbehrlich sind. Cookies können eine Anmeldung erhalten, Verlaufslisten bei der Arbeit helfen und Cachedateien erneute Downloads vermeiden. Lesen Sie deshalb die Beschreibung jeder ausgewählten Funktion. Kontrollieren Sie anschließend in der Vorschau die Pfade. Ein hoher angezeigter Speichergewinn allein ist noch kein ausreichender Grund, alle vorgeschlagenen Dateien zu entfernen.
Voraussetzungen und kostenlose Nutzung
Andrew Ziem und weitere Mitwirkende entwickeln BleachBit als quelloffenes Programm. Für die üblichen Reinigungsfunktionen ist kein Abonnement erforderlich. Hier geht es um die Windows-Ausgabe; Pakete für Linux werden getrennt angeboten. Die aktuelle Generation BleachBit 6 setzt Windows 10 oder Windows 11 voraus. Notwendige Softwarekomponenten sind in den Windows-Paketen enthalten und müssen nicht von unterschiedlichen Downloadportalen zusammengesucht werden.
Prüfen Sie bei einem älteren Rechner zuerst die installierte Windows-Version. Frühere Unterstützung eines Betriebssystems bedeutet nicht, dass auch der aktuelle Installer darauf läuft. Für ältere Systeme gibt es passende ältere Ausgaben. Auf einem Arbeitsrechner können darüber hinaus Vorgaben zur Aufbewahrung von Protokollen gelten. Eine Datei kann für die Fehlersuche wichtig bleiben, obwohl ein Reinigungsprogramm ihre Entfernung grundsätzlich anbietet und sie nicht täglich geöffnet wird.
Installation und erster Durchlauf
Öffnen Sie die offizielle Downloadseite für Windows und wählen Sie das Installationspaket oder das portable ZIP-Archiv. Der Installer eignet sich für eine regelmäßige Nutzung auf demselben Computer. Starten Sie die heruntergeladene Datei, lesen Sie die angebotenen Einstellungen und öffnen Sie anschließend BleachBit. Für den portablen Betrieb entpacken Sie das vollständige Archiv in einen eigenen Ordner. Starten Sie die Anwendung erst daraus, damit alle Begleitdateien erreichbar sind.
Speichern Sie offene Arbeiten und schließen Sie die Anwendungen, deren Daten Sie bereinigen möchten. Wählen Sie zunächst einen vertrauten Cachebereich und führen Sie die Vorschau aus. Bei unerwarteten Pfaden brechen Sie ab und prüfen die Auswahl erneut. Wenn Anmeldungen erhalten bleiben sollen, lassen Sie entsprechende Cookie- und Sitzungsdaten unangetastet. Administratorrechte sind für bestimmte Systemaufgaben sinnvoll, aber kein pauschaler Schalter für eine angeblich bessere oder gründlichere Reinigung.
Den Speichergewinn richtig bewerten
Nach dem Löschen können Browser und andere Programme ihre Zwischenspeicher wieder anlegen. Das ist normal und kein Anlass, den Vorgang sofort zu wiederholen. Ein frisch gelöschter Cache kann den nächsten Start sogar verlangsamen. Auch zusätzliche Löschfunktionen entfernen nicht automatisch Kopien in Cloudspeichern oder Sicherungen. Aufbewahrte Dokumente sollten deshalb unabhängig von der Reinigungsroutine gesichert werden, bevor Sie umfangreichere Änderungen durchführen.
Wenn vor allem Videos oder alte Archive Platz belegen, hilft WinDirStat bei der Suche nach den größten Ordnern. CCleaner bietet eine andere Bedienoberfläche und zusätzliche kommerzielle Angebote. BleachBit ist interessant, wenn Ihnen offener Quellcode und gezielte Auswahl wichtig sind. Beurteilen Sie den Erfolg am konkreten Speicherproblem und nicht daran, ob möglichst viele Kategorien abgearbeitet wurden.