Große Dateien zunächst nur finden
Ein beinahe volles Laufwerk erklärt selten von selbst, wohin der Speicher verschwunden ist. WinDirStat misst Dateien und stellt ihre Größen in miteinander verbundenen Ansichten dar. Das kostenlose, quelloffene Windows-Programm wird vom WinDirStat Team gepflegt. Damit lassen sich beispielsweise alte Videoexporte, umfangreiche Spielinstallationen oder mehrere Sicherungsgenerationen entdecken. Schon diese Bestandsaufnahme kann hilfreich sein, auch wenn Sie während des ersten Durchlaufs noch überhaupt keine Datei verändern oder löschen möchten.
Die Verzeichnisliste zeigt den Anteil einzelner Ordner am Gesamtumfang. In der Treemap erscheinen Dateien als Rechtecke; deren Fläche entspricht ihrer Größe, während Farben verschiedene Dateitypen kennzeichnen. Wählen Sie einen auffälligen Block und lesen Sie den vollständigen Pfad. Ein großes Rechteck kann die einzige Kopie eines Projekts oder eine wichtige Systemdatei darstellen. Es bedeutet keineswegs automatisch, dass der Inhalt entbehrlich oder gefahrlos zu entfernen wäre.
Passende Ausgabe für den Rechner auswählen
Auf der offiziellen Downloadseite finden Sie Installationspakete für unterschiedliche Architekturen sowie portable Archive. Prüfen Sie den Systemtyp in den Windows-Einstellungen, bevor Sie x64, ARM64 oder x86 wählen. Das Projekt unterstützt Windows 7 und neuere Ausgaben, doch ein Paket für die falsche Architektur bleibt ungeeignet. Auf aktuellen Intel- oder AMD-Rechnern passt häufig x64. Gerade auf fremden Geräten ist eine kurze Kontrolle zuverlässiger als eine Vermutung anhand des Gehäuses.
Laden Sie das Paket beim Projekt herunter und führen Sie den MSI-Installer aus. Alternativ entpacken Sie das gesamte portable Archiv in einen eigenen Ordner. Starten Sie WinDirStat und wählen Sie ein Laufwerk oder ein gezieltes Verzeichnis aus. Warten Sie bis zum Abschluss des Scans, bevor Sie Summen vergleichen. Wenn bereits eine bestimmte Anwendung verdächtig erscheint, lässt sich deren Datenordner oft leichter untersuchen als sofort sämtliche angeschlossenen Datenträger gemeinsam.
Größenangaben richtig einordnen
Öffnen Sie die größten Zweige der Verzeichnisliste und betrachten Sie anschließend die einzelnen Dateien auf der Karte. Logische Dateigröße und tatsächlich belegter Speicher sind nicht immer gleich. Komprimierung, Sparse-Dateien oder verknüpfte Daten können Unterschiede verursachen. Weicht ein Ergebnis von den Laufwerkseigenschaften in Windows ab, prüfen Sie deshalb zunächst Messweise und Zugriffsrechte. Eine Differenz beweist noch nicht, dass verborgene Dateien einfach gelöscht werden sollten, um den gesamten fehlenden Platz zurückzugewinnen.
Öffnen Sie einen möglichen Löschkandidaten im Explorer und klären Sie seine Funktion. Installierte Anwendungen werden über ihre Deinstallation entfernt, statt nur den Programmordner zu löschen. Kontrollieren Sie bei eigenen Fotos oder Videos die Sicherung, bevor das Original verschoben oder entfernt wird. Scannen Sie den betroffenen Bereich nach Änderungen erneut. Sonst lesen Sie möglicherweise weiterhin einen alten Zustand, der den aktuellen Inhalt des Laufwerks nicht mehr korrekt abbildet.
Aus der Analyse eine begrenzte Maßnahme ableiten
WizTree bietet einen weiteren Zugang zur Untersuchung großer Dateien und Ordner. BleachBit eignet sich für ausgewählte Anwendungscaches, nachdem deren Bedeutung für das Speicherproblem geklärt ist. WinDirStat beantwortet vor allem die Frage, wo Platz belegt wird. Trennen Sie diese Untersuchung vom Löschen, vergleichen Sie jeweils dasselbe Laufwerk und beenden Sie die Arbeit, sobald ausreichend Speicher für die ursprünglich geplante Aufgabe vorhanden ist.