Einen Speicherzustand nachvollziehbar festhalten
Der Task-Manager zeigt belegten Arbeitsspeicher, erklärt aber nicht immer die Rolle von Dateicache und Systemzuweisungen. RAMMap liefert dafür detailliertere Ansichten des physischen Speichers. Mark Russinovichs Werkzeug von Microsoft Sysinternals trennt Nutzungsarten, Prozess-Arbeitssätze und dateigebundene Seiten. Es hilft beim Verstehen eines konkreten Windows-Zustands. Nicht jedes belegte Byte ist deshalb bereits ein Fehler, der unbedingt beseitigt werden müsste.
Betrachten Sie die Register als verschiedene Perspektiven auf dasselbe System. Use Counts fasst Nutzungsarten und Seitenlisten zusammen. Processes zeigt die Arbeitssätze der Prozesse. File Summary ordnet im Speicher vorhandene Dateidaten ihren Dateien zu. Die Werte beschreiben keine voneinander unabhängigen Speicherberge. Einfaches Addieren sämtlicher Anzeigen kann deshalb zu einer falschen Vorstellung darüber führen, wie viel RAM tatsächlich zusätzlich beansprucht wird.
Cache ist nicht automatisch verschwendete Kapazität
Windows kann freien Speicher verwenden, um möglicherweise erneut benötigte Daten vorzuhalten. Eine große Standby-Liste oder ein umfangreicher Dateicache beweist allein kein Speicherleck. Beachten Sie die laufende Arbeit und tatsächliche Folgen wie Speicherdruck, Auslagerung oder fehlschlagende Anwendungen. Einen Cache nur für eine leerer aussehende Anzeige zu beseitigen, kann nützliche Daten entfernen und beim nächsten Zugriff zusätzliche Arbeit verursachen.
Für tiefere Untersuchungen enthält RAMMap Ansichten physischer Seiten und Adressbereiche. Falls diese Begriffe neu für Sie sind, beginnen Sie mit den Zusammenfassungen und der Herstellerdokumentation. Verwenden Sie Leerungsbefehle nicht als regelmäßiges Beschleunigungsritual. Ein vorübergehend kleinerer Zähler zeigt weder, dass ein Leck repariert wurde, noch, dass der verursachende Treiber sein Verhalten geändert hat. Die Ursache muss gesondert untersucht werden.
Vorher und nachher dieselbe Aufgabe betrachten
Starten Sie RAMMap vor dem verdächtigen Ablauf und speichern Sie eine Momentaufnahme. Führen Sie die Aufgabe aus, aktualisieren Sie die Anzeige und speichern Sie einen zweiten Zustand unter einem aussagekräftigen Namen. Notieren Sie Programm, verwendete Dateien und Dauer. Gespeicherte Aufnahmen können später wieder geladen werden, ohne sich auf eine nur kurz sichtbare Zahl und eine ungenaue Erinnerung verlassen zu müssen.
Vergleichen Sie beispielsweise den Zustand vor dem Öffnen großer Datenbestände mit dem nach dem Schließen der Anwendung. Ein verbleibender Dateicache ist etwas anderes als ein weiterwachsender Prozess-Arbeitssatz. Wiederholen Sie den Ablauf, wenn das Muster wichtig ist. Ordnen Sie nicht sämtliche verbleibende Belegung dem zuletzt geschlossenen Programm zu, denn Windows und Gerätetreiber beanspruchen ebenfalls physischen Speicher für eigene Aufgaben.
Microsoft-Paket herunterladen und öffnen
Die offizielle Seite nennt Windows Vista oder neuer sowie Windows Server 2008 oder neuer. RAMMap ist unter der Sysinternals-Lizenz kostenlos erhältlich. Laden Sie das ZIP von Microsoft, entpacken Sie es vollständig und öffnen Sie die passende ausführbare Datei. Lesen Sie die Lizenz und gewähren Sie die für Systeminformationen nötige Rechteerhöhung. Ein zusätzlicher kostenpflichtiger Optimierer wird zum Auslesen nicht benötigt.
Bewahren Sie Aufnahmen auffindbar auf und prüfen Sie deren Inhalt vor dem Teilen. HWiNFO hilft, wenn die tatsächlich eingebaute Speicherkapazität unklar ist. Autoruns unterstützt die Untersuchung automatisch gestarteter Hintergrundprogramme. RAMMap beantwortet die engere Frage nach der Belegung und ersetzt weder eine Prüfung defekter RAM-Module noch das Beheben eines Speicherlecks im verantwortlichen Treiber oder Programm.