Mehr sehen als die übliche Autostartliste
Autoruns zeigt automatische Startorte, die in einer gewöhnlichen Liste von Start-Apps leicht übersehen werden. Microsoft Sysinternals stellt dieses Diagnosewerkzeug kostenlos bereit. Die Registerkarten erfassen unter anderem Anmeldung, Dienste, geplante Aufgaben und Explorer-Erweiterungen. Diese Übersicht hilft, wenn ein Programm nach jeder Anmeldung erneut erscheint. Sie enthält jedoch auch Bestandteile, die für den normalen Betrieb erforderlich sind. Eine lange Liste ist deshalb kein Beleg dafür, dass möglichst viele Einträge abgeschaltet werden sollten.
Beginnen Sie mit einer prüfbaren Frage, etwa nach der optionalen Anwendung hinter einem stets sichtbaren Infobereichssymbol. Lesen Sie Name, Herausgeber und Dateipfad, bevor Sie etwas ändern. Verwenden Sie die passende Kategorie statt pauschaler Eingriffe über sämtliche Registerkarten. Das Ausblenden signierter Microsoft-Einträge kann die Suche nach Fremdsoftware erleichtern. Dieser Filter kennzeichnet die übrigen Einträge aber weder als unerwünscht noch schließt er aus, dass ausgeblendete Komponenten für die Untersuchung relevant sind.
Portable Dateien herunterladen und öffnen
Auf der offiziellen Microsoft-Seite erhalten Sie ein Archiv mit Autoruns und dem Kommandozeilenwerkzeug Autorunsc. Entpacken Sie es vollständig in einen eigenen Ordner. Wählen Sie die zur Windows-Architektur passende Datei; enthalten sind Ausgaben für x86, x64 und ARM64. Ein gewöhnlicher Installer ist nicht notwendig. Lesen und bestätigen Sie beim ersten Öffnen die Lizenzbedingungen. Warten Sie anschließend auf das Ende der Erfassung, bevor Sie fehlende Einträge oder unvollständige Suchergebnisse beurteilen.
Verwenden Sie Administratorrechte, wenn geschützte systemweite Einstellungen untersucht oder verändert werden müssen. Für einen ersten Überblick können Sie zunächst die verfügbaren Informationen lesen. Halten Sie den Ausgangszustand fest und notieren Sie den genauen Eintrag vor einem Experiment. Auf einem Arbeitsrechner sollten Änderungen mit der Administration abgestimmt werden. Eine unsichtbare Hintergrundkomponente kann für Sicherungen, Anmeldung oder Geräteunterstützung zuständig sein, auch wenn sie selbst kein eigenes Fenster auf dem Desktop zeigt.
Eine bekannte Änderung gezielt testen
Das Entfernen eines Häkchens deaktiviert die entsprechende automatische Startkonfiguration. Einen Eintrag zu löschen ist eine andere Aktion. Bevorzugen Sie für einen identifizierten optionalen Bestandteil zunächst das rückgängig zu machende Kontrollkästchen. Melden Sie sich bei Bedarf neu an oder starten Sie den Rechner. Prüfen Sie danach das ursprüngliche Problem und die weiterhin benötigten Funktionen. Funktioniert etwas nicht mehr, aktivieren Sie den Eintrag wieder, bevor Sie weitere Änderungen ausprobieren und die Ursache dadurch unklar wird.
Signaturprüfung und optionale VirusTotal-Anbindung liefern zusätzliche Hinweise, aber kein vollständiges Urteil über eine Datei. Ein unsigniertes Programm ist nicht automatisch schädlich; eine Signatur beweist nicht, dass es in Ihrer Konfiguration gebraucht wird. Lesen Sie die Übermittlungsoptionen, bevor Datei-Uploads eingeschaltet werden. Sicherheitsdienste oder Speichertreiber sollten nicht nur zur Verkürzung der Liste deaktiviert werden. Auch ein einzelnes Erkennungsergebnis ist keine ausreichende Grundlage für eine ungeprüfte Entfernung wichtiger Komponenten.
Startkonfiguration und Entfernung getrennt behandeln
Autoruns deinstalliert die Anwendung nicht. Wenn die Software selbst verschwinden soll, unterstützt Revo Uninstaller die Entfernung mit anschließender Restekontrolle. Malwarebytes ist bei verdächtigem Verhalten für eine Schadsoftwareprüfung relevant. Autoruns dient vor allem dazu, automatische Starts zu verstehen und einzelne Vermutungen zu testen. Es verspricht keine bestimmte Verkürzung der Startzeit und ersetzt bei Sicherheitsproblemen auch keine vollständige Untersuchung des betroffenen Rechners.